Sep 22, 2020

Wie flexible Arbeitsverhältnisse die Arbeitswelt der Beratungsbranche zunehmend verändern werden

Wie flexible Arbeitsverhältnisse die Arbeitswelt der Beratungsbranche zunehmend verändern werden

Die Welt, in der Unternehmen agieren, wird in den letzten Jahren zunehmend unsicherer und weniger planbar. Die sich daraus ergebende Notwendigkeit, reaktionsfähig und anpassbar zu sein, wurde erkannt. So hat die Transformation hin zur agilen Organisation in den letzten Jahren in allen Branchen deutlich an Relevanz gewonnen.

Nicht zuletzt in den vergangenen Wochen zeigt sich, dass nun auch für Unternehmensberatungen selbst gilt, schnell und adäquat auf Veränderungen der Rahmenbedingungen reagieren zu müssen. So geben mehr als 80% der von uns befragten mittelständischen Unternehmensberatungen an, dass sich die Auftragslage in den letzten acht Wochen erheblich verändert hat. Projekte werden vorübergehend pausiert oder vollständig eingestellt. Diese Entwicklungen beschleunigen die Veränderung einer Arbeitswelt, in der Reaktions- und Anpassungsfähigkeit entscheidende Faktoren zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sowie zur Zukunftssicherung des eigenen Beratungsangebots sein werden.

Ein Teilbereich dieser neuen Arbeitswelt ist die zunehmende Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen. Branchenübergreifend ist dabei in den letzten Jahren eine kontinuierliche Steigerung der freiberuflichen Berufstätigen festzustellen. Einflussfaktoren sind hierbei u.a. der Wunsch des Arbeitnehmers nach einer erhöhten Vereinbarkeit des Jobs mit dem Privatleben sowie aber auch auf Seiten der Arbeitgeber die zunehmende Präferenz, kontraktbezogene Beschäftigungsverhältnisse einzugehen. So bieten flexible Arbeitsverhältnisse wesentliche Vorteile insbesondere in der Unternehmensberatung, in der die kurzfristige Zurverfügungstellung von spezifischem Humankapital von besonderer Wichtigkeit ist.

Flexibler Zugang zu Expertenwissen

Durch eine sich zunehmend schneller verändernde Makro-Umwelt der Endkunden ergibt sich letztlich auch für Beratungshäuser eine steigende Unsicherheit bezüglich der Aktualität und Relevanz des eigenen Wissens. So geben 84% der befragten Beratungshäuser in einer Umfrage des Bundesverbands deutscher Unternehmensberater (BDU) an, dass die Bereitstellung der richtigen Kompetenzen zum gewünschten Zeitpunkt zunehmend anspruchsvoller wird. Denn um Kundenbedürfnisse zufriedenstellend befriedigen zu können, sind individualisierte Modelle und Ansätze notwendig, statt bestehende Best Practices wiederzuverwerten. Der Bedarf nach diversen und neuartigen Qualifikationen der eingesetzten Berater steigt.  Spezialisiertes Wissen wird dabei projektbasiert benötigt und soll kurzfristig abgerufen werden können. Der Trend hin zur Inanspruchnahme von freiberuflichen Experten ist in der Beratungsbranche bereits seit einigen Jahren absehbar.

Optimierung der eigenen Mitarbeiterstrukturen

Die Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen ermöglicht nicht zuletzt auch eine Verschlankung der Personalstrukturen für Unternehmensberatungen. Durch den Einsatz von freiberuflichen Mitarbeitern können Auslastungsquoten unter den Beschäftigten optimiert werden. In einer Befragung des BDU konnte festgestellt werden, dass bei durchschnittlich abschneidenden Beratungshäusern auf der Karrierestufe der Junior Consultants die Wochenauslastung bei lediglich ca. 2,8 Tagen liegt. Insbesondere hier lassen sich Effizienzgewinne durch den bedarfsgerechten Einsatz freiberuflicher Berater realisieren.

Adressierung des Drangs nach zunehmender Flexibilität unter Young Professionals

Die Tätigkeit in der Unternehmensberatungsbranche ist bekannt für eine hohe Arbeitsintensität, Tätigkeiten beim Kunden vor Ort sind verbunden mit einer hohen Reisebereitschaft auf Seiten der Arbeitnehmer. Die Kompensation dieser hohen Erwartungen erfolgt durch die frühe Übernahme von komplexen Aufgaben und folglich Verantwortung sowie nicht zuletzt durch eine überdurchschnittliche Vergütung. Mit diesen Versprechen werden insbesondere junge und karrierefokussierte Top-Absolventen rekrutiert. In den letzten Jahren ist jedoch festzustellen, dass unter Absolventen ein Wandel hin zu einem erhöhten Stellenwert einer ausgeglichenen Work-Life-Balance stattfindet und die Möglichkeit einer flexibleren Bindung an den Arbeitgeber an Bedeutung gewinnt. So ist die Nutzung von flexiblen Arbeitsverhältnissen nicht zuletzt auch eine Chance, leistungsstarke Talente aus den jüngsten Generationen, die von stark heterogenen Werteorientierungen geprägt sind, zu gewinnen.

Unternehmensberatungen bietet sich nun in Zeiten einer komparativ hohen Ungewissheit über zukünftige Entwicklungen die Möglichkeit, neue Modelle der flexiblen Personalbereitstellung zu nutzen. Das Ziel dabei ist die individualisierte Abstimmung auf die eigenen Organisationsstrukturen und Bedarfsanforderungen. So können Beratungshäuser nachhaltig von einer erhöhten Reaktionsfähigkeit sowie Qualitäts- und Profitabilitätsgewinnen der Beratungsleistungen durch den bedarfsgerechten Einsatz von Beratern profitieren.

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